Wie an den beiden vorhergehenden Freitagen lesen Sie hier wieder Aspekte zum Thema Demenz, die für Angehörige entlastend sein könnten.

Erkrankt ein Mensch im Familiensystem bedeutet das Veränderungen in allen Lebensbereichen.
d.h. die bisher gelebten Anpassungsmuster an eine bestehende Umwelt (Landkarte und Narrative von der Welt in unserer Vorstellung, Wirklichkeit 2. Ordnung), passen nun nicht mehr, benötigen ein Up-date.
Das aber kostet Energie und so versucht unser Gehirn in seiner gewohnten Komfortzone zu bleiben – zumindest bis die Diskrepanz von Landschaft und Karte in schmerzhafte Zustände führt.
Bei einem Menschen mit einer demenziellen Erkrankung gelingt Nähe meist besser, wenn man Sicherheit und Wahlfreiheit gibt, statt die Person zu führen oder zu kontrollieren. Nähe bedeutet also nicht, ständig präsent zu sein oder alles zu übernehmen. Es reicht, da zu sein. Konkret meint das:
- Auf Augenhöhe gehen: ruhig hinsetzen, Blickkontakt aufnehmen, nicht von oben auf die Person einreden.
- Anklopfen und fragen: „Darf ich mich zu dir setzen?“ statt einfach ungefragt einzugreifen.
- Nähe anbieten, nicht erzwingen: „Möchtest du meine Hand?“ Körperkontakt sollte immer willkommen sein.
- Zuhören statt korrigieren: Gefühle ernst nehmen, auch wenn die Fakten nicht stimmen.
- Gemeinsam etwas tun: Kaffee trinken, Musik hören, spazieren gehen, Fotos anschauen oder etwas im Haushalt machen. Gemeinsames Tun schafft oft mehr Nähe als ein Gespräch.
- Tempo der Person übernehmen: Pausen zulassen und nicht jede Stille sofort füllen.
- Wahlmöglichkeiten geben: „Möchtest du hier sitzen oder dort?“ So bleibt Selbstbestimmung erhalten.
- Nicht alles abnehmen: Hilfe anbieten, aber Fähigkeiten und Entscheidungen der Person erhalten.
- Verlässlich sein: ruhig, freundlich und vorhersehbar reagieren. Gerade bei Demenz schafft Wiederholung Vertrauen.
Lesen Sie auf unserer Wissens-Seite den vollständigen Artikel, mit weiteren Themenfeldern:
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Bilder: ChatGPT
