Wie am letzten Freitag lesen Sie hier und am folgenden Freitag etwas zum Thema Demenz, das für Angehörige entlastend sein könnten.
Sobald Betroffene, Angehörige oder Freunde Veränderungen bemerken, sollten sie sich Hilfe holen und offen besprechen, was ihnen auffiel und sie vermutlich auch befürchten. Die Deusche Altzheimergesellschaft schreibt, dass derzeit in Deutschland rund 1,84 Millionen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung leben. Die meisten von ihnen werden zu Hause betreut. Die betreuenden Personen sind zumeist medizinische Laien, so dass sich niemand schämen muss, wenn er (zumeist aber sie) von den Erscheinungsformen und dem Verhalten der erkrankten Person irritiert und meist auch überfordert ist.

Was passiert, wenn Angehörige und Betroffene über längere Zeit unter Stress stehen?
Zunächst einmal ist bei demenziellen Erkrankungen wichtig zu bedenken: nicht jedes schwierige Verhalten als „Symptom der Demenz“ abtun!
Schmerzen, Hunger, Durst, Müdigkeit, Harndrang, Infekte oder Medikamente können ebenfalls plötzlich Stress und Unruhe auslösen.
Anders, als in anderen Altagssituationen, in denen natürlich auch beim Gesunden ganz ähnliche Mechanismen ablaufen, verändert eine Demenz das gesamte Gehirn, sodass ein betroffener Mensch seine Umgebung, sich selbst und andere Menschen nach und nach anders wahrnimmt und verarbeitet. => Dadurch entstehen Unsicherheit und Angst => daraus können Verhaltensweisen entstehen, die für Angehörige schwer zu verstehen sind:
Psychisch kann das – sowohl für den Erkrankten wie für seine Betreuenden – bedeuten:
- Verlust von Orientierung: Verwirrtheit oder nicht verstehen der aktuellen Situation
- Verlust von Kontrolle: Früher selbstverständliche Dinge werden plötzlich schwierig. Das kann beschämen oder frustrieren.
- zunehmende Unsicherheit und Angst: man sich Dinge nicht mehr erklären oder merken. So fühlt sich die Welt weniger verlässlich an.
- Bedrohtheitsgefühle und Angst: Überforderung kann sich als Abwehr, Unruhe, Vermeidung, Wut, sozialer Rückzug oder Teilnahmslosigkeit zeigen.
- Misstrauen wächst: Wenn beispielsweise Gegenstände „verschwinden“, verlegt wurden, kann die Person ehrlich überzeugt sein, jemand habe sie weggenommen – nicht weil sie absichtlich lügt, sondern weil ihr Gehirn die Lücke anders erklärt.
- je nach Charakter oder Hirnabbauregion sind Reizbarkeit oder Rückzug Folge von zunehmender Verunsicherung.
Zwischenmenschlich verändern sich durch jede Erkrankung die sozialen Beziehung und Bezüge: Kinder z.B. pflegen Eltern oder die Rollen in einer Partnerschaft verändern sich nachhaltig. Es ist jeweils das ganze System von den Veränderungen eines Einzelnen verändert!
Angehörige erleben vielleicht: „Er hört mir nicht mehr zu“, „Sie wird plötzlich so misstrauisch“ oder „Er ist nicht mehr der Mensch, den ich kenne.“
Gleichzeitig aber erlebt der Mensch mit Demenz die Angehörigen möglicherweise zunehmend als Personen, die ihn korrigieren, drängen oder ihm Dinge abnehmen.
Lesen Sie den Artikel auf unserer Wissens-Seite weiter, mit folgenden weiteren Aspekten:
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