Intimität und Sexualität – 3. Gespräch im Generationendialog

Intimität und Sexualität – wichtige Themen sowohl in der jungen wie auch in betagten Partnerschaften.

Luisa Glaub Ehlicker und Dr. Alfons Lindemann boten dazu am 15. April im Bürgerhaus Rodheim im Generationendialog einen Austausch an. Dieses Mal war es das 3. von John Gottman erforschte Paarthema, das in seinem Buch „8 Gespräche, die jedes Paar führen sollte“ vorgeschlagen zu finden ist. Klar war also, „das wird keine Peepshow“, sondern ein Austausch über wissenschaftliche Erkenntnisse.

Draußen blauer Himmel, ein warmer Frühlingstag und ein Thema, das offenbar noch immer von Tabu überschattet ist. Entsprechend war der Zuspruch zu diesem Angebot dürftig. Interessieren dürfte das Thema dennoch viele; zumindest bewegen sich die Ausgaben rund um Sex im Milliardenbereich.

Am Ende sind es jedoch weder Technik noch Performance, die das Bedürfnis nach Nähe, Zugehörigkeit und Befriedigung herzustellen vermögen. Gerade Sexualität ist Lebenslust und weit mehr als Sex; Intimität ist etwas das den Alltag eines Paares durchzieht/durchziehen sollte. Sie erst erlaubt Nähe, ein sich zu zeigen und ermöglicht, sich gesehen und angenommen zu fühlen. Bedingung ist jedoch, seine Bedürfnisse zu kennen und sein Befinden, seine Emotionen, seine Wüsche, Vorlieben und Ziele zu kommunizieren. Denn eine gute Beziehung – auch über Durststrecken hinweg – baut auf Freundschaft und gemeinsame Ziele.

Liebe, wie Sex, entsteht aus Freiwilligkeit; d.h. es gibt kein „Recht auf …“! Um aber die Lebenslust nicht vom Alltagsfrust und Stress auffressen zu lassen, ist es – auch gerade für das Vorbildlernen der Kinder – wichtig, dass ein Paar nicht für alle und alles da ist, außer für die Quelle von alledem. Ein funktionierendes Miteinander braucht, neben der wachsenden Vertrautheit und Sicherheit, Gelegenheiten der Abwechslung, phantasievolle „Fremdheit“ und „Gefahr“, sowie immer wieder die Bereitschaft, sich einzulassen.

Unausgesprochene Erwartungen führen zu Konflikten, da Partner oft unterschiedliches für „Normal“ halten. Schnell kommt es da zu schnellen reflexhaften Reaktionen, über die dann in einem zweiten Schritt, zeitnah, aber nicht unmittelbar, gesprochen werden muss. Ebenso ist es hilfreich in den verschiedenen Lebensaltern über die sich zeigenden Veränderungen offen zu reden, um für die stets vorhandenen Bedürfnisse gemeinsam gangbare Wege zu finden – ebenso, wenn Verletzungen vorgekommen sind.

Veränderungen sind normal, aber Kommunikation ist entscheidend, um die gemeinsame Entwicklung auch langfristig erfolgreich zu leben.

Daher nehmen Sie sich gezielt und wiederholt Zeit füreinander, schauen Sie genau hin, was wohin gehört und sprechen Sie über Ihre Gefühle. Diese Offenheit schafft Vertrauen, Nähe und den Rest organisiert die Biologie schon aus sich heraus – mit Geduld und Übung. 

Gibt es Paarprobleme – die oft ein Frühzeichen von tieferliegenden Störungen und nachfolgenden Krankheiten sein können -, scheuen Sie sich nicht diese bei Ihrer Ärztin, ihrem Arzt frühzeitig anzusprechen!

Selbst eine Paartherapie ist – finanziell, wie emotional und im Hinblick auf die Kinder – deutlich kostengünstiger als eine Scheidung. „Wir sind zwei Seiten derselben Geschichte“.

Foto: L. Glaub Ehlicker

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