Kritische Gedanken

Bis Mitte März sah der Kurvenverlauf der Virusinfektionen exponentiell aus.
Dann: 16. März „lock down“ und „social distancing“. Danach geht die Entwicklung linear gegen Null.
Ein „Null Virus“ wird es allerdings nicht geben können, denn der Virus ist in der Welt … so wie viele andere Viren auch. Auch ein Impfstoff wird daran nichts grundlegend ändern.

Die Vorstellung, nicht alles unter Kontrolle zu haben, macht vielen sicherlich Angst; dennoch ist es unsere
Realität, der wir in unserer Umwelt ausgesetzt sind. Das müssen wir wohl aushalten.
Viele lebten bis vor kurzem sicherlich in der Illusion von Sicherheit und Planbarkeit des Lebens. Doch sicher
ist allerdings einzig, dass das Leben potentiell gefährlich ist und in jedem Fall tödlich endet.
Daran hat auch der Versuch, sich die Welt (Natur) untertan zu machen, nichts geändert; im Gegenteil.
Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

Als der „shut down“ angeordnet wurde, konnte man sich über den Verlauf der Infektionsentwicklung noch nicht sicher sein. Die Maßnahme war – angesichts der Bilder aus anderen Ländern – vertretbar und erschien sinnvoll. Zudem gab es kaum Informationen zum neuartigen Virus und seinem Krankheitsverlauf, nur Mutmaßungen – die von unterschiedlichen Experten durchaus unterschiedlich ausfielen. Dennoch müssen Politiker entscheiden, sich auf einen Kurs festlegen. Die werden in den Medien relativ einhellig vertreten.

Eine kritischer Bericht war z.B. am 3. 5. 2020 im Österreichischen Servus TV zu sehen.
In dem Beitrag, den ich aus medizinischen Gründen gut nachvollziehen kann, war der emeritierte Professor Sucharit Bhakdi, Mikrobiologe und Infektionsepidemiologe der Uni Mainz im Interview. Bhakdi war von 1991 bis 2012 in Mainz Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene.
Der aus Thailand stammende Wissenschaftler hatte Deutschland als Lebensmittelpunkt gewählt, da er hier die Freiheits- und Grundrechte realisiert sah, die er daheim vermisste.

Bhakdi zeigt auf, wie wichtig es ist, informiert zu sein und eigenständiges Denken nicht aufzugeben.
Keine einzige der später verordneten Schutzmaßnahmen hat einen Einfluss auf den Kurvenverlauf gehabt.
So ist im Alltag oft zu beobachten, wie Menschen offenbar wenig gut informiert, Schutzmaßnahmen unqualifiziert anwenden und damit sich und andere in Gefahr bringen. Damit könnten dann, sozusagen Hausgemacht, die befürchtete „zweite Welle“ wahr werden oder andere Langzeitfolgen entstehen.

Bei den Entwicklungen in den unterschiedlichen Ländern und Regionen sind differenzierte Betrachtung der Lebensbedingungen, Dichte der Besiedelung und Kontakte, Vorschädigungen durch Risikofaktoren wie Feinstaubbelastung, Überernährung, Alter, Arbeitsbedingungen, Lebensstandard usw. notwendig.
Eins zu eins-Setzungen (z.B. verschiedener Länder mit unterschiedlichen Lebensbedingungen und Gesundheitssysemen) sind unsinnig, ebenso wie es wenig Sinn mach alle Menschen unter Generalverdacht zu stellen, infektiös zu sein. Differenzierte Maßnahmen, lokal und situativ wären jetzt angemessen.

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Wenn die obigen Zahlen des Robert-Koch-Institutes und auch die Zahlen aus unserem Landkreis (Städte und Dörfer zusammengefasst) stimmen, dann wirft sich die Frage auf:
warum die Bevölkerung nicht ortsbezogen informiert wird, wie die Gefahrenlage derzeit ist?
Denn wo kaum infizierte sind, da kann sich auch kaum einer anstecken.
Es gilt aber immer, dass auch einer oder wenige viele anstecken können.

So wirken etliche Maßnahmen bei uns derzeit, bei aller Vorsicht, übertrieben und gefährden den Konsens in der Bevölkerung, soziale Distanz zu halten – ohne Kontakte zu vermeiden. Die Maskenpflicht z.B. mag psychologisch gegen die Angst helfen, sie heizt sie aber auch an. Ob Masken (zumindest bei sachgerechter Anwendung (eng anliegend trage, regelmäßig wechseln, nicht in die Tasche stecken, gründlich reinigen oder entsorgen, was ich oft nicht sehe!) auch gegen den Virus helfen, ist unbewiesen. Viren halten sich, ähnlich wie der Rauch von Rauchern in Raucherbereichen, nicht an Markierungen. Zum Glück für die Menschen, die einem fragwürdigen Trend nachlaufen, gibt es nur wenig Infektionsträger, sonst sähe es im Land, gerade durch die unsachgemäße Handhabung von „Schutz“-Maßnahmen, deutlich schlimmer aus.
Jedenfalls droht derzeit keine Überlastung des Gesundheitssystems – im Gegenteil, in der Artzpraxen wie in den Kliniken sind viele Aktivitäten heruntergefahren.
Andererseits hat aber die Angst vor Corona bewirkt, dass viele ernsthaft erkrankte Menschen nicht oder viel zu spät zum Arzt gegangen sind. So sind aktuell viele Patienten deutlich ernsthafter erkrankt, als sie es sein müssten. Jede Wirkung hat eben auch Nebenwirkungen.

Ich plädiere für eine deutlich verbesserte lokale Information und Aufklärung.

Quelle: Robert-Koch-Institut

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