25. April Tag des Baumes: Das Pfaffenhütchen auf der Wiese des Familienbades

In den Vorjahren habe ich stets ein Biebertaler Naturdenkmal beschrieben. Der Baum, den ich dieses Jahres ausgewählt habe, ist auch geschützt, nämlich durch einen Zaun. Es ist auch eher ein Bäumchen im Vergleich zu den vorhergehenden,  es handelt sich um ein Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und steht auf der Wiese des Familienbades. Pfaffenhütchen sind in Europa weit verbreitete Sträucher, die leicht als Baum erzogen werden können. Bei diesem Exemplar tragen gleich mehrere Stämmchen die Krone.

Momentan steht der Baum in voller – aber unscheinbarer – Blüte. Umso auffälliger sind ab September die Blattfärbung und die Früchte. Es ist eine der wenigen europäischen Pflanzen mit der Farbe orange.

Das Pfaffenhütchen bietet Nahrung für 8 Raupen, 24 Vogelarten, und sogar für Säugetiere. Zum Beispiel nagen Kaninchen und Hasen an der Rinde. Für Menschen sind alle Teile giftig. Während der Blüte besuchen Fliegen, einige Käfer sowie Schwebfliegen das Gehölz.

Der Strauch ist schwer aus Samen zu ziehen, siedelt sich aber auf den leicht kalkhaltigen Böden Biebertals gut an. Direkt an die Terrasse sollte man ihn lieber nicht pflanzen, denn alle paar Jahre wird er von der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte befallen. Die grasen alle Blätter ab und spinnen ihn ein. Für den Menschen besteht keine Allergie-Gefahr. Vor allem die Meisen fressen die Raupen sehr gerne. Normalerweise treibt der Strauch bzw. Baum Ende Juni wieder aus = Johannistrieb. Da die Fruchtanlagen auch abgefressen wurden, wird es im nachfolgenden Herbst diesen Hingucker nicht geben, die Blattfärbung ist dennoch schön. Besonders gut geeignet ist das Pfaffenhütchen in der Mischhecke für die Gärten von Neubauten, wo oftmals der Boden zuoberst gebaggert wurde. Der Strauch möchte sonnige bis halbschattige Standorte. Auch stark windige Lagen werden sehr gut vertragen, ausserdem Temperaturen bis minus 34 Grad.
Als Hochstamm muss der Strauch frühzeitig entastet und gestäbt werden. Wenn man so schöne gewundene Stämme wie auf dem Foto möchte, ist ein bodennaher Rückschnitt sinnvoll. Die einzelnen Triebe werden dann entsprechend behandelt. Der kleine Baum wird 3 bis maximal 5m hoch.

Siehe auch Biebertaler bilderbogen Das schöne Pfaffenhütchen ist in allen Teilen giftig

Fotos Winfried Senger, Beitragsbild Gudrun Fuß Naturschutzbund Österreich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert