Gastbeitrag von Mari Kneißl, Arbeitsgruppe Bienen im Gailschen Park*1)
Bienen lieben…

Lila, Blau und Gelb!
Auch die Bienen bevorzugen bestimmte Blütenfarben*2), während sie andere gar nicht wahrnehmen.
Ganz hoch im Kurs stehen die Farben blau, lila und gelb; und darüber hinaus können sie, im Gegensatz zu uns, UV-Licht sehen und werden daher auch von UV absorbierenden Blüten angelockt.
Dabei weisen UV-Lichtpunkte auf den Blüten den Bienen den Weg zum Nektar. Es handelt sich sozusagen um eine beleuchtete Landebahn.
Bekannte Beispiele sind die Kastanienblüten und die Blüten des Fingerhutes.
Prioritäten der Bienen
Bienen sehen die Farben anders als wir sie wahrnehmen.
Durch die “Bienenbrille” betrachtet sehen die Lieblingsfarben gelb und blau eher aus wie pink und grün, während das Grün unserem Braun ähnelt.
Neben der Farbe ist natürlich möglichst viel Nektar und Pollen von Bedeutung. Wenn die Bienen also beispielsweise ein Rapsfeld gefunden haben, dann fliegen sie nur noch zum Raps. Denn dessen Blüten enthalten besonders viel Nektar, und das Nahrungsangebot ist riesig.
Von Bedeutung für die vielen Wildbienen ist ein kontinuierliches Nahrungsangebot: Es beginnt mit den Frühjahrsblühern und endet erst im Spätherbst. Dann findet man nach der letzten Wiesenmahd noch niedrige Wiesenflockenblumen und Hundskamille.
Grüne Graslandschaften ohne Blütenpflanzen entsprechen nicht dem Geschmack der Bienen. Sie bevorzugen außerdem duftende und ungefüllte Blüten.

Und dann brauchen unsere Wildbienen und Hummeln Nistmöglichkeiten. Die Insektenhotels mit vielen kleinen Schlupflöchern sind ein willkommenes Angebot. Doch sollte man nicht „irgendeines“ kaufen, denn die Wildbienen haben da schon bestimmte Ansprüche.
Bienen, Insekten und Vögel wünschen:
Frühjahrsblüher
Beeren im Sommer und Herbst
viele ungefüllte Blüten
Brennnessel als Nahrung für Raupen
… und natürlich bunt!
Die Nistkästen links sind besonders für Sandbienen geeignet. (Garten leins Vetzberg)


Karthäusernelke, Ziest, Alant

Und als Anregung….
Auch wenn die einzelne Aktivität nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so können wir schon mal voran gehen! Wir schenken uns selbst mehr Lebensqualität und sind für Nachbarn und Kinder ein Vorbild. Ein paar winzige Leben können wir ermöglichen und uns selbst unsere eigene Würde bewahren.
Unsere Möglichkeiten beginnen auf dem Balkon oder im eigenen Garten, auch wenn er sehr klein ist: Etwas geht immer!
Teil 2 folgt morgen am 25. Juli
*1) Mari Kneißl: Pädagogin – Lerntherapeutin – Fachkraft für Sprachförderung – Legasthenie- u. Dyskalkulietrainerin – Imkerin
*2) https://vista.ch/einblick/wie-sehen-insekten-farben/
Foto Fingerhut und Bienenzeichnung Mari Kneißl; sonstige Ev. Renell

