Sie wurde am 4. Juli 1776 in Philadelphia unterzeichnet von den 56 Delegierten der 13 Neuenglandstaaten. Berühmteste Unterzeichner sind Thomas Jefferson, Benjamin Franklin und John Adams. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg währte schon ein Jahr und dauerte bis 1783. Dann unterzeichnete auch das Königreich Großbritannien diese Erklärung (in Paris).
Bereits drei Monate nach der Unterzeichnung lag die Erklärung in deutscher Sprache vor. Der Staat Pennsylvania, zu dem Philadelphia gehört hatte damals etwa 225.000 Einwohner, von denen ein Drittel bis die Hälfte deutscher Herkunft waren. Sie kamen als religiös Verfolgte, um dem Wehrdienst zu entgehen und aus wirtschaftlichen Grünen. In Neuengland konnten sie auf eigenes Land hoffen – nachdem sie ihre Schulden für die Überfahrt abgearbeitet hatten. Sehr viele waren aus der Pfalz gekommen (damals noch anders aufgeteilt als heute). Auf Philadelphia fiel die Wahl als Tagungs- und Unterzeichnungsort, weil es in der Mitte der 13 Staaten lag und ausgesprochen modern war.

Beim Stöbern in den Vereinsnachrichten des Heimatvereins Rodheim-Bieber stieß ich auf folgende Zahlen: 1880 verzeichnet die Kirchenchronik 50 Auswanderer (Heft Nr. 23). In Heft 31 berichtet Karl-Heinz Reeh über eine Verwandte aus South Dakota, die ihn im Zuge der Ahnenforschung anschrieb. Dabei fielen vor allem die Namen Voltz und Reeh. Auch Krauskopf, Platt, Gerlach, Werner und Wagner kommen vor. Diese Auswanderer zog es bereits zwischen 1850 und 1864 in „das Land der Freiheit“ (das Abenteuer kam erst später in der Zigarettenwerbung hinzu). Ob die gescheiterte Revolution von 1848 etwas mit der Rodheimer Auswanderung zu tun hat, darüber kann ich nur spekulieren. Aber sie war selbst von der Unabhängigkeitserklärung beeinflusst worden.
Am stärksten wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von der Unabhängigkeitserklärung beeinflusst.
Deren zentraler Satz lautet „All men are created equal“
Dieser Satz taucht in Artikel 3 des Grundgesetzes wieder auf (Absatz 1). Neu im Grundgesetz sind Absatz 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt…..“
und Absatz 3 „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Beitragsbild nps.gov/inde/learn/photosmultimedia/photogallery.htm
Foto Puzzle von 1921 (48 US-Staaten) eigener Besitz, Ev. Renell

