
Nicht nur Vandalismus, auch das Ausrauben von personalfreien 24/7 Angeboten in Hofläden nehmen offenbar zu. Trotz Videoüberwachung greifen dreiste Täter nach der Kasse, richten dabei nicht nur materielle Schäden, sondern auch immaterielle Vertrauensverluste an.
Ich welcher Welt wollen wir leben?
Diese Frage stellt sich mir, da mir klar ist: wir alle zusammen gestallten unser Miteinander. Es ist die Verantwortung eines jeden!
In meiner Kindheit war es noch so, dass bei uns im Dorf alle Türen im Haus offen standen, auch wenn niemand daheim war. Respekt und Vertrauen waren groß genug, dass es keine Frage war, ob man den Nachbarn traut. Man schenkte diesen Vertrauensvorschuss.
Ein einziger Vertrauensbruch jedoch zerstört diese gemeinsame Basis vertrauensvollen Miteinanders – in allen Beziehungen!
Plötzlich müssen wir mit der Angst leben, dass das, was einmal geschah, wieder geschieht; Misstrauen wird so zur neuen Regel des Miteinanders.
Fortan werden alle Türen verschlossen, jeder ist nun potentiell der Feind und jeder könnte der Nächste sein, dem Schaden zugefügt wird.
Letztlich leiden alle darunter, dass die offenen Angebote zurückgezogen werden, dass Regelungen und Gesetzte das lebendige Miteinander ersticken.
Dabei wächst unterschwellig der Hass auf eine gesellschaftliche Situation, die sich nicht mehr sicher und lebenswert anfühlt; und zugleich werden Sündenböcke ausgerufen, die angeblich Schuld am Dilemma sein sollen – nur um nicht zu spüren und anzuerkennen, dass wir es selbst sind, die diese Welt erschaffen haben.
Es ist leicht, die Verantwortung anderen in die Schuhe zu schieben, sinnvoll ist es nicht!
Denn, wo Lösungen an der falschen Stelle gesucht werden, wird man kein erwünschtes Ergebnis finden können.
Erst wenn ein jeder empathisch spürt, was es heißt, in den Schuhen des anderen zu stecken, kann der alte Kant´sche Grundsatz wieder wahr werden:
„Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Bildquelle: Facebook
