Im Rahmen der Generationengespräche in Krumbach begrüßte Dr. Alfons Lindemann am 29. September 2026 Gudrun Frank als Referentin. Sie stellte das Projekt „Schlaganfallhelfer Gießen“ vor, eine Initiative des Rotary Clubs Gießen in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Gießen, der Neurologie des UKGM in Gießen, der BDH-Klinik Braunfels und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Ziel des Projekts ist es, Menschen nach einem Schlaganfall und ihre Angehörigen im Alltag zu unterstützen. Ehrenamtliche Schlaganfallhelfer werden dafür geschult, Betroffenen und Familien als verlässliche Ansprechpartner zur Seite zu stehen, zuzuhören, Orientierung zu geben und die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Medizinische, pflegerische oder hauswirtschaftliche Aufgaben übernehmen sie nicht.

FAST (engl.), also SCHNELL spielt beim Schlaganfall eine wesentliche Rolle:
In ihrem Vortrag erläuterte Gudrun Frank, wie wichtig es ist, die Anzeichen eines Schlaganfalls zu erkennen und unverzüglich zu handeln.
Mögliche Symptome sind unter anderem eine plötzlich auftretende Lähmung, eine hängende Gesichtshälfte, Sprach- oder Sehstörungen sowie starker Schwindel. Bei einem Verdacht muss sofort der Notruf 112 angerufen werden – auch wenn die betroffene Person selbst zunächst keine Hilfe möchte. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute.
Ein Schlaganfall betrifft häufig nicht nur den Erkrankten selbst. Auch für Angehörige, Freunde und das weitere Umfeld kann sich das Leben grundlegend verändern. Gleichzeitig ziehen sich Bekannte manchmal zurück, weil sie unsicher sind und nicht wissen, wie sie mit der veränderten Situation umgehen sollen. Hier können geschulte ehrenamtliche Schlaganfallhelferinnen und -Helfer persönliche Kontakte ermöglichen und Betroffenen sowie Angehörigen Orientierung und Unterstützung bieten.
Eine Erfahrung aus dem Projekt ist, dass sich durchaus Menschen für ein ehrenamtliches Engagement interessieren, Betroffene und Angehörige jedoch mitunter zögern, Unterstützung anzunehmen. Die Gründe dafür können vielfältig sein.
Gudrun Frank ermutigte deshalb dazu, ohne Scheu Kontakt aufzunehmen und sich zunächst unverbindlich über das Angebot zu informieren.


Um die Beamerbilder besser zu sehen fand der Vortrag in kuscheliger Atmosphäre statt, so dass die Bilder im Nachgang eher mystisch anmuten. In der Realität jedoch ist der Schlaganfall – ob als verstopfte oder geplatzte Ader im Gehirn – eine echte, wenig mystische Notlage. Je schneller die Klärung, um welche Art von Schlaganfall es sich handelt in einer Klinik getroffen werden kann, um so schneller die passende Therapie eingeleitet wird, um so besser sind die Chancen, dass das geschädigte Hirngewebe sich regeneriert. Denn abgestorbene Nervenzellen erholen sich nicht. Ihre Funktion fällt aus. Daher gilt es bei einem Verdacht auf Schlaganfall, unmittelbar zu reagieren – auch wenn Betroffene das nicht für nötig halten oder sich vor der Einlieferung in ein Krankenhaus fürchten oder es peinlich ist, dass der Krankenwagen vor dem Haus parkt und die Nachbarn all das mitbekommen.
Frau Frank betonte, dass bei einem solchen Ereignis, das einen in jedem Alter ereilen kann. Je nach dem wie groß die nachfolgenden Ausfälle sind, braucht es jeden Tag Hilfestellungen. Oft ist es schwierig, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden und herauszufinden, wie mit dem Kranken umgehen. Da kommen dann die ehrenamtlich sich engagierenden, unterstützenden Schlaganfallhelfer in Spiel, die je nach Möglichkeit pflegende Angehörige entlasten und neue Kommunikationspartner für die vom Schlaganfall betroffenen werden. Dafür werden sie an zwei Wochenenden geschult.
Auffällig ist, ähnlich wie im Projekt „Dabei bleiben“ der Bürgerhilfe Biebertal, wo mobilitätseingeschränkte Personen daheim besucht werden, dass es interessanterweise mehr Helfer gibt als Menschen, die für sich Hilfe anfordern. Vermutlich ist Scham eine hohe Barriere, aber bitte scheuen Sie sich nicht ins Gespräch zu kommen.
Fotos: Schlaganfallhelfer Gießen, Lindemann und KI generiert
