Interview mit den fürs Biebertaler Parlament kandidierenden Parteien/Vereinigung*1)
| Liste 1 CDU – im Gespräch Gregor Verhoff | Liste 3 SPD – im Gespräch Wolfgang Lenz und Dr. Gisela Ballmann |
| Leerstehende Geschäfte sind schwer zu vermieten, da die meisten Leute online bestellen oder in Gießen/Wetzlar einkaufen. Die meisten Ideen dazu sind wohl fromme Wünsche. Vermietung empfinden viele Leute nur als „Ärger und Kosten“. Von der Gemeinde kann man aus Geldmangel keine finanzielle Förderung bekommen. Antrag auf Grundsteuer C *2) wurde im Herbst 2025 vom Gemeindeparlament abgelehnt. | Es gibt Finanzierungsprogramme, die wenig genutzt werden; wir müssen intensiver werben, dass die Häuser innerhalb des Ortes gewechselt werden (betrifft vor allem Senioren) und eine Übergabe an Interessenten mit geringer Finanzkraft begleitet wird. Der Bedarf ist da, man kann mit Biebertal wegen schöner Umgebung und günstiger Verkehrslage werben. Wir sollten Gespräche innerhalb der Seniorenrunde dazu führen. Im Dorfentwicklungsplan stehen Gelder für Haussanierungen (bis zu 3 Millionen vom Land); bei leerstehenden Geschäften sind hohe Fixkosten ein Problem für Neumieter. |
| Liste 4 Die Grünen – im Gespräch Siggi Gröf und Sascha Lember | Liste 5 FDP – im Gespräch Harald Scherer und Andreas Gerhard Hawermann |
| 2025 standen 96 Gebäude leer. Den Besitzern gegenüber fehlt eine Handhabe; und sie auf Vermietung anzusprechen, erscheint eher uneffektiv. Die Grundsteuer C könnte für die Biebertaler ein Anreiz sein, unbebaute Grundstücke zu verkaufen. Die maximalen Einnahmen dadurch sind aber so, dass man genau prüfen muss, ob sich der Verwaltungsaufwand dafür wirklich lohnt. | Fragen, was die Gemeinde attraktiv macht: Für Familien ist Biebertal bisher weniger interessant, da zu kleine Wohnungen (immer noch überwiegen 2-3-Zimmer Wohnungen); zurzeit wegen der hohen Baukosten besser „Mieten statt Bauen“. Man könnte Bauförderungen an Altbesitzer vergeben, Der Landkreis Gießen könnte fördern, um Wohnungen altengerecht zu machen; Beratungen dafür durch die Gemeinde möglich. Eine Plattform einrichten „Wohnungsbörse von groß zu klein, von klein zu groß“. Die FDP lehnt ein Leerstandskataster ab, da zu viel Verwaltungsaufwand und Personalbedarf, auch fehlt eine gesetzliche Handhabe für weiteres Vorgehen. Suchende und Eigentümer wissen kaum voneinander. Die Rolle der Gemeinde: Denkanstöße, Moderation; keine Verbote und Gängeleien, sondern mehr Attraktivität und Beratung durch kompetente Fachleute. |
| Liste 6 FWG – im Gespräch Inge Mohr und Reiner Lizon |
| Hinweise auf Leerstand beim Gang durchs Dorf sind Briefkästen, die nicht geleert werden; es gibt kein Leerstandskataster, aber damit kann man Leute gezielt ansprechen. Der Landkreis Gießen bietet das Konzept „Jung kauft alt“; man braucht auch – altengerechte – Wohnungen innerhalb des Ortes, um Menschen zum Umzug zu bewegen. Im Gewerbe gibt es für diese kleinen Geschäfte keine Nachfrage. |
*1) Die Freie Wähler Gemeinschaft ist keine Partei, wird im Folgetext aber unter diesem Begriff angezeigt.
Von der Freien WählerGemeinschaft haben sich die Freien Wähler abgespalten und sich als Partei gegeründet. Sie kandidieren im Landkreis, aber nicht in Biebertal!
*2) Mit der Grundsteuer C werden leerstehende, bebauungsreife Flächen belegt, wenn sie nicht in überschaubarem Zeitaum bebaut werden. Diese Steuer kann ein Gemeindeparlament beschließen.
