Der Müll muss weg

Vortrag im Tempelchen in Wettenberg am 22. Januar 2026 „Der Müll muss weg – gemeinsam für eine saubere Natur“ sowie die zwei Tage später stattfindende Sammelaktion am Augarten stießen auf großes Interesse und könnten eine Anregung für Biebertal sein.

Die Veranstaltung fand als Kooperation zwischen privat engagierten Müllsammlerinnen und Foodsharing Landkreis Gießen statt und zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Aufklärung und gemeinsames Engagement für den Schutz von Natur und Umwelt sind.

Vera Fillies informierte über Müll in der Natur und die Folgen von Abfällen für Umwelt und Tiere. Es folgten sinnvolle Hinweise zum geeigneten Sammelequipment und dazu, wie man sich selbst – zum Beispiel mit festem Schuhwerk und Warnwesten – für eine Müllsammelaktion sicher kleiden kann. Positiv hob Vera Fillies die Wirkung hervor, die jede einzelne Person durch das Einsammeln von Müll erzielen kann. Gerade in Wettenberg gibt es bereits viele Menschen, die aktiv sind. Aus eigener Erfahrung berichtete sie: Wo schon einmal sauber gemacht wurde, bleibt es oft länger sauber.

Sophia Seitz übernahm den mittleren Teil des Vortrags und vermittelte besonders eindrücklich Informationen zur Zersetzungsdauer von Müll. So kann Plastikmüll teilweise bis zu 1.000 Jahre benötigen, um zu verrotten, ist dann jedoch nicht verschwunden, sondern in sogenanntes Mikroplastik oder Nanoplastik zerfallen. Dieses kann nicht mehr zurückgeholt werden und sich auch im menschlichen Körper ansammeln. Diese Tatsache sorgte bei den Teilnehmenden für große Nachdenklichkeit und machte den dringenden Handlungsbedarf deutlich. Zum Schluss des Vortrags vermittelte Sophia Seitz durch interaktive Spiele zum Thema Müll zusätzliches Wissen und stärkte damit das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Abfällen.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Foodsharing.
Marianne Althaus stellte die Arbeit von Foodsharing Landkreis Gießen vor und informierte über das aktive Engagement sowie über Möglichkeiten, genießbare Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. Dabei wurde deutlich, dass sowohl das bewusste Verbrauchen dieser Lebensmittel, als auch deren kostenlose Verteilung an jeden ein hoher Beitrag zur Müllvermeidung ist. Immerhin werden in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt, wovon über die Hälfte aus privaten Haushalten stammt. Pro Kopf landen ca. 75 kg Nahrungsmittel in den Haushaltsmüll bzw. in die Biotonne. Davon wäre ein Großteil vermeidbar, da Hauptursachen für die Verschwendung falsche Lagerung, mangelnde Einkaufsplanung und das Missverstehen des Mindesthaltbarkeitsdatums sind.

Fotos: Foodsharing Landkreis, Beitragsbild Renell

Siehe auch Nachrichten.kompostierbares Plastik, Artikel vom 9.2.2020

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