Füsse – kein Sonntagsthema

Nur wenige Menschen machen sich Gedanken um ihre Füße; schließlich sind die weit weg vom denkenden Kopf! Und doch ist es ein wichtiges Alltagsthema.
Unsere Füße leisten jeden Tag Schwerstarbeit. Im Laufe unseres Lebens tragen sie uns über die Distanz von nahezu 3 Weltumrundungen. Sie bilden die Basis für unseren Stand in der Welt, für unser GEHfühl, unsere Statik, unsere Körperhaltung und damit ein wesentlicher Teil unserer Gesundheit.

Foto: FeeLoona, pixabay, CC0-Lizenz

Der Fuß ist ein Kunstwerk aus 26 Knochen, 19 Muskeln und 107 Bändern.
Viele Fußbeschwerden ließen sich verhindern, wenn wir das Zusammenspiel dieser Elemente besser – mit Barfußlaufen – trainieren würde.

Sebastian Kneipp schrieb: „Wie viele Menschen verkümmern ihre Zehen aus Eitelkeit, indem sie zu enge Schuhe tragen. Früher oder später werden sie für diese Eitelkeiten viel zu büßen bekommen.“

Da im Fuß über den Unterschenkel der komplette restliche Körper gelagert ist, verändert sich mit der Veränderung der Biomechanik und Lagerung der Füße auch der Auflagepunkt des Unterschenkels im Sprunggelenk. Das hat wiederum Auswirkungen auf das Knie, das nun nicht mehr in der richtigen Position ankommt. Das sind zwar nur Bruchteile von Millimetern aus der optimalen Linie, aber auf die lange Dauer des Einwirkens sind die Folgen eben doch gravierend in Richtung Abnutzung und Arthrose. Normalerweise unterstützen unsere Muskeln dynamische und harmonische Bewegungen; die Fehlstatik sorgt nun für eine muskuläre Dysbalance, die den Verschleiß begünstigt. Im Sinne einer Kettenbewegung ist dann also auch die Hüfte von den Auswirkungen betroffen, da der ganze Bewegungsapparat aus dem Lot ist. Es geht weiter mit der Wirbelsäule, die die Fehlstellung auszugleichen sucht und damit bestimmte Muskelgruppen überbeansprucht, während andere unterbeansprucht werden. Das tut irgendwann weh, zudem werden die Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen, so dass die Fehlbelastung zu Bandscheibenvorfällen führen kann.
Barfußlaufen stellt wieder ein Spüren des Untergrundes her, verbessert die Standfestigkeit und macht den Gang dadurch sicherer, regt die Durchblutung an, sorgt also für warme Füße und regt über die Fußreflexzonen den ganzen Körper an. Ein natürliches Gleichgewicht stellt sich ein, auch wenn es schon verloren war.

Konventionelle Schuhe engen die Füße oft ein und fixieren sie, so dass die Funktion der Fußmuskeln sowie die Fußarchitektur gestört wird. Die Folgen können u.a. Knick-, Senk-, Spreiz- und Plattfuß, Hammerzehen, Hallux valgus (Großzehe nach innen gedrückt), Fersensporn sowie Knie-, Hüft-, Rückenprobleme, Nacken- und Kopfschmerzen sein. Inzwischen kann man diese orthopädischen Befunde als Zivilisationskrankheiten einordnen.

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