An den kommenden Freitagen im September lesen Sie verschiedene Aspekte zum Thema Demenz, die für Angehörige entlastend sein könnten.

Eben, am 25. 8. 2026, war Elisabeth Bender, 1. Vorsitzende der Initiative Demenzfreundliche Kommune Stadt und Landkreis Gießen e.V. bei den Generationengesprächen in Biebertal-Krumbach und sprach vor interessiertem Publikum über die Auswirkungen von dementiellen Erkrankungen.
Dabei bot sie wertschätzend vielerlei Überlegungen für den Umgang mit Betroffenen und für pflegende Angehörige an und plädierte für mehr Teilhabe auch erkrankter Menschen am gesellschaftlichen Leben.
Blättert man auf der Internetseite des Vereins, finden sich zahlreiche Beispiele, wie Teilhabe gelingt.
Viel zu oft sehen wir, was die Betroffenen nicht können;
zu würdigen ist jedoch, was sie noch vermögen.
Lesen Sie dazu auch den schönen Bericht von Klaus Waldschmidt.
Um die Überlegungen zum Thema Demenz und den damit verbundenen Herausforderungen einem breiteren Publikum, vor allem betroffenen Familien, die in der Regel medizinische Laien sind, weiterzutragen, schrieb ich diese Serie, die aus Vorüberlegungen zu einer Filmdokumentation stammen, zu der ich in der Tagespflege in Gießen Wieseck am 23. 8. 26 interviewt wurde:
Typischerweise, bei „normalem Altern“, verabschieden sich unsere Gehirnfunktionen ab etwa dem Rentenalter schleichend. Bei ca. 1-2% pro Jahr von etwa 86-100 Milliarden Gehirnzellen, von denen jede im Mittel mit 10.000 anderen Zellen vernetzt ist, ist das über Jahrzehnte hinweg kaum spürbar.
Wichtig dabei: bis ins hohe Alter ist unser Gehirn neuroplastisch aktiv, wobei sogar neue Zellen entstehen können, vor allem aber neue Nervenvernetzungen stattfinden und benutzte Pfade stabilisiert werden und kaum Genutztes abgebaut wird.
Bei neurodegenerativen Erkrankungen (z. B. Morbus Alzheimer) ist der Prozess immer noch schleichend über Jahre, da das Gehirn Schäden oft jahrelang unbemerkt kompensiert, bevor erste Symptome auftreten.
Bei akuten Schäden (z. B. Schlaganfall) können Ausfälle schlagartig binnen Minuten auftreten.
Dennoch versucht das restliche Gehirn danach, Aufgaben zu übernehmen. z.B. geht oft Singen, auch wenn man nicht Sprechen kann.

Demenz ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen
– die sich, je nach im Gehirn besonders betroffener Region, entsprechend in unterschiedlichen Krankheitszeichen äußern,
– die dann logischerweise ganz unterschiedliche, von raschen bis zu langjährigen Verläufe haben,
– die unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern, aber bislang alle keine Heilung versprechen.
Lesen Sie weiter und mehr zu diesem Themenkomplex auf unserer Wissens-Seite, im Teil 1/4 geht es weiter mit:
Woran merkt man, dass es mehr ist, als Vergesslichkeit?
In 3 weiteren Folgen finden Sie einige hilfreiche Anregungen für ein besseres Verständnis und nützliche Umgehenstipps.
Bild: ChatGPT
